Karwoche und Osterzeit in der Pandemie

Gründonnerstag mit Erstkommunion

Ganz im Zeichen der liturgischen Tradition in unserem Kirchenjahr durften unsere acht Erstkommunikanten am Hohen Donnerstag zum ersten Mal Gast sein am Tisch von Jesus.

Viele Zeichen und Handlungen sind zurzeit wegen der Schutzmassnahmen nicht möglich, dies auch beim Abendmahlsgottesdienst mit den Erstkommunikanten und in der ganzen Kar- und Osterzeit. So konnten wir den Kindern nicht, wie in anderen Jahren, das starke Zeichen der Fusswaschung konkret nahebringen. Doch mit den Bildern aus unserem Chorgestühl, welche wir in der Predigt betrachteten, erfuhren wir dennoch, wie Jesus uns zeigte, dass er unser Diener sein will. Ja, das ist schon sehr berührend. Gottes Sohn verrichtet ein Sklavendienst und gibt uns ein grosses Vorbild, wie wir einander in Liebe und Demut begegnen sollen.

Nach der Kommunion durften die Erstkommunikanten ihre Blumen, welche sie mit den Eltern gestaltet hatten, an unseren Pfarreibaum hängen. Anschliessend, als es in der Kirche mehr und mehr Nacht wurde, begleiteten die Kinder mit ihren speziellen Kerzen Jesus im Allerheiligsten zum Garten Getsemani (Sakristei). Die Kirche wurde jetzt leerer und alle Lichter erloschen. Die Altäre wurden entblösst, das Weihwasser und alle Blumen entfernt. Eine besondere Stimmung verbreitete sich für alle Mitfeiernden. So wurde das Besondere der kommenden Tage nahe und spürbar…

Einzug mit Kinder Zu Beginn des Gottesdienstes machten die Kinder zusammen mit der Katechetin Salome Röcker und Pater Oskar den Abendmahlstisch bereit. (Die Feier vom Weissensonntag haben wir auf Fronleichnam, 3. Juni verschoben!)

Ein Kreuz im Wandel - Karfreitag und Osternacht

In der Fastenzeit war es schon in der Kirche sichtbar. Das grosse Kreuz mit den rustikalen Holzbalken. Im ersten Jahr, als ich in St. Urban meine Arbeit aufnahm, holten Bruno Suppiger und ich diese Balken aus dem alten Klinikgebäude (HAUS B), das abgerissen wurde. Für mich steht es heute noch für all die psychischen und physischen Krankheiten, die Menschen tragen müssen und sich im Leiden mit Jesus verbunden fühlen können. Doch ein Kreuz ist nicht etwas Starres. Ein Kreuz ist immer wieder im Wandel, es darf nicht nur Symbol des Leidens sein. Besonders auch vom christlichen Glauben hergesehen.

Firmlinge mit Kreuz Unser Kreuz wandelte sich in seinem Aussehen in der Kar- und Osterwoche sieben Mal. Am Karfreitag waren besonders unsere Firmlinge aktiv mit ihren Texten und einem Pantomimen-Spiel.

Kreuz und Osterkerze Dass ein Kreuz sich sogar zu dem stärksten Hoffnungszeichen wandelt, zeigte sich dann bei uns in der Osternacht, als es vom Licht der Osterkerze her seine Botschaft in die dunkle Kirche hinein ausstrahlte: «Christus ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden!»
 
Ich wünsche uns allen, dass der Auferstandene immer wieder mit uns geht, dass wir dies erfahren können und uns für diese Wahrheit einsetzen.
 
Texte: Sepp Hollinger
Bilder: Isidor Zettel